Štajerska Slovenija

Die atemberaubende Landschaft der Štajerska Slovenija mit ihrem alpin-mediterranen Klima brachte schon zu Kaisers Zeiten Weißweine von internationalem Format hervor.

In der Weinbauregion Štajerska Slovenija liegt Gorca, der zu den landschaftlich reizvollsten Weinbauorten weltweit zählt. Die Hügel reihen sich dicht aneinander und bilden Kessel mit steilen Weinterrassen. Am höchsten Punkt bietet sich ein atemberaubender Ausblick über unsere Weingärten hinweg bis an die Grenzen zu Österreich und Kroatien.

Weitgehend unentdeckt vom Tourismus erwacht das Weinbaugebiet Štajerska Slovenija behutsam aus einem fast hundertjährigen Dornröschenschlaf. Die Weine der Region wurden einst am Hof der k. u. k.-Monarchie getrunken, was ihr Potenzial erahnen lässt.

Im Jahr 2005 hatten wir das Glück, den ersten Weingarten in Gorca erwerben zu können. Laufend erweiterten wir die Weinterrassen oder

bepflanzten diese neu, sodass nun etwa ein Fünftel der Rebfläche unseres Weinguts in Slowenien liegen.

Dass wir Weingärten jenseits der Grenze pflegen, ist für unsere Familie nicht neu. Unser erster Weingarten aus dem Jahr 1907, der Witscheiner Herrenberg, befindet sich auf heute slowenischem Terrain.

Seit Generationen sind wir Weinbauern zweier Weinbaugebiete, die sich in Boden, Klima und Kulturlandschaft gleichen. Wir wollen unseren Teil zur Annäherung der beiden Regionen beitragen und der Štajerska Slovenija wieder zu altem Ruhm verhelfen.

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100 Prozent Terrassen

Pioniergeist und Handarbeit ist in den steilen Terrassen der Region um Gorca gefordert.

Die kalkreichen Böden und das von Alpen und Adria beeinflusste Klima der Region ähneln den Gegebenheiten der Südsteiermark. Gorca, etwa 60 Kilometer südlich der österreichisch-slowenischen Grenze, bietet beste Voraussetzungen für großartige Furmints und Sauvignon blancs.

Die Pflege der Weingärten in den steilen und engen Terrassen erfordert sorgsame Handarbeit. Die Traubenverarbeitung und der Ausbau der Weine finden im Keller eines Winzerhauses statt, das inmitten der Weingärten hoch oben in Gorca liegt. 2011 passten wir das Presshaus und den Gewölbekeller unseren technischen Ansprüchen an und brachten mit Colles 2011 den ersten Jahrgang auf den Markt.

Die Aufmerksamkeit internationaler Medien und namhafter Sommeliers für die Weine der Region steigt. Gemeinsam mit den hiesigen Weinbauern freuen wir uns über diese Entwicklung. Wir verbringen viel Zeit in Gorca, arbeiten Hand in Hand mit den ortsansässigen Menschen und schätzen die gute nachbarschaftliche Zusammenarbeit.

Das positive Echo aus dem Gebiet bestärkt uns darin, Pionierarbeit zu leisten und den Namen der Region nach außen zu tragen.

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Koordinaten: 46°20'31.6"N 15°51'07.8"E

Weinbaugebiet

Historisch gesehen hat das Weinbaugebiet Štajerska Slovenija immer wieder Potenzial bewiesen. Die beiden Weltkriege und ihre politischen Nachwehen hinterließen tiefe Spuren. Wir möchten die Štajerska Slovenija mit viel Leidenschaft und Elan aus dem Dornröschenschlaf erwecken.

Michael Gross, Weinbauer

Orientierung

Unsere slowenischen Weingärten liegen im Haloze-Gebiet nahe der Stadt Ptuj, etwa 60 Kilometer südlich unseres Weinguts. In Terrassen angelegte Weingärten auf steilen Hängen prägen das Landschaftsbild. Unsere Rebstöcke gedeihen in südorientierten Kessellagen.

Bodenaufbau

Was in der Fachsprache als kalkhaltiger Mergelboden bezeichnet wird, hat in der Südsteiermark und in großen Teilen Sloweniens den Namen „Opok“ bzw. „Opoka“. Die Winzer in Gorca sagen schlicht „Lapor“ (slowenisch für Mergel) dazu – eine Benennung, die wir gerne aufgreifen möchten. Der humusreiche Oberbodenanteil ist gering, wodurch die Rebstöcke auf der Suche nach Nährstoffen tief im Lapor wurzeln. Man merkt es den Weinen an: karg, keinesfalls opulent oder vordergründig, salzig und langanhaltend.

Mikroklima

Das Klima in der Štajerska Slovenija ähnelt dem der Südsteiermark. Beide Gebiete sind von den Alpen und der Adria beeinflusst. Warme Tage und kühle Nächte prägen die Aromatik. Nur im Weinbauort Gorca regnet es wesentlich weniger, nämlich 600 Liter/m² im Jahresschnitt. (Zum Vergleich: in Ratsch sind es 1.000 Liter/m²). Die Luft in den Kessellagen bei Gorca erhitzt sich im Sommer sehr schnell, da die Böschungen der Terrassen viel Wärme abstrahlen.

2004 ereilte Alois Gross ein handschriftlicher Brief mit dem Angebot, ein Häuschen und einen Weingarten im slowenischen Weinbauort Gorca zu erwerben. Die Verkäuferin aus Wien wollte den Familienbesitz in guten Händen wissen. Alois sah keine Notwendigkeit, die Flächen unseres Weinguts um Weingärten in 60 Kilometer Entfernung zu erweitern und reagierte zunächst nicht auf den Brief. Erst als Wochen später auch noch eine Postkarte von derselben Absenderin eintraf, verabredeten sich die beiden zu einer Fahrt nach Gorca. Ihr Ziel lag etwa zehn Kilometer südlich von Ptuj inmitten einer außerordentlich reizvollen Landschaft.

Auf einem Hügel, am Ende einer Straße stand ein Weingartenhaus umgeben von Rebstöcken. Bezaubert von dem kleinen Anwesen und seiner Umgebung entschied Alois, dass er hier in Zukunft mehr Zeit verbringen möchte.

Wenig später meldeten sich die Nachbarn: Zwei Erbgemeinschaften mit bis zu 27 berechtigten Erben, von denen keiner mit Wein zu tun hatte, wollten ebenfalls verkaufen. Auch Johannes und Michael hatten die Gegend kennengelernt und schätzten das Potenzial der Weinregion sehr hoch ein. Sie erweiterten die Weingärten, erneuerten abgestorbene Rebstöcke und lernten mit dem vorherrschenden Terroir und dessen Früchten umzugehen.

Sieben Jahre nach der ersten Fahrt in die Region brachten sie mit „Colles 2011“ ihren ersten slowenischen Wein auf den Markt.

Ein alter Name der hiesigen Weinbauregion ist „Kolos“. Die in der k. u .k.-Zeit gebräuchliche Bezeichnung leitet sich von „Colles“ ab und bedeutet in diesem Zusammenhang „hügeliges Weinland“.

Den jungen Sauvignon blanc-Rebstöcken schufen wir beste Voraussetzungen, um im harten Untergrund der Weinterrassen solide Wurzeln zu schlagen. Wir setzten sie in etwa 50cm tiefe Löcher, die wir aufwendig mit Erdbohrgeräten aushöhlten und mit nährstoffreichem Bio-Humus füllten.

GORCA

Furmint
Der Furmint ist nach dem Welschriesling (Laški Rizling) die meist angebaute Rebsorte des Landes. In Slowenien kennt man ihn auch als „Šipon“ und in Ungarn werden die berühmten „Tokajer“ Süßweine aus dieser Rebsorte vinifiziert.

2008 reisten Johannes und Michael Gross nach Ungarn zu István Szepsy, dem Pionier trocken ausgebauten Furmints, um eine Selektion seiner besten Reben zu bekommen. Sie vermehrten die Rebstöcke und pflanzten sie auf die Terrassen des Weinorts Gorca.