Sortenreichtum

Dass der südsteirische Winzer oft mehr als zehn Rebsorten erntet, hat mit der topografischen Einzigartigkeit seiner Heimat zu tun.

Kaum eine Weinbauregion hat Rebhänge in so unterschiedlichen Seehöhen und Himmelsausrichtungen wie die Südsteiermark. Dann kommen noch die über Jahrmillionen entstandenen vielfältigen Bodenformationen aus Kalk, Schotter, Sand oder Mergel hinzu. So bietet jeder Weingarten besondere Standortvoraussetzungen, die für den Sortenreichtum in der Südsteiermark verantwortlich sind.

Wie groß der Einfluss des Terroirs auf die Wahl der Rebsorte ist, war nicht immer bekannt. Ursprünglich bepflanzten die Winzer ihre Weingärten gemischt. Der Welschriesling-Rebstock stand gleich neben dem Weißburgunder, der Muskateller neben dem Sauvignon blanc. Die Rebstöcke wurden gemeinsam geerntet und zu einem Wein ausgebaut. Die Weinbauern sicherten sich damit den Ernteertrag, denn in einem Jahr passte die Witterung dem Welschriesling besser, im nächsten dem Sauvignon blanc.

Die Maschinisierung der Weingartenbearbeitung Anfang des 20. Jahrhunderts löste eine Umstellung auf eine reinsortige Bepflanzung aus. Erfahrungen damit wurden über Generationen weitergegeben. Heute wissen wir, welche Rebsorte auf welchen Standort gehört.

Die Rebsorten, die heute unser Sortiment bilden, gedeihen seit 200 Jahren und länger in der Region. Viele internationale Sorten brachte Erzherzog Johann in die Steiermark und unterzog sie einer Eignungsprüfung für das hiesige Klima. Vom Sauvignon blanc beispielsweise wissen wir, dass er sich in unserem Klima besonders wohl fühlt. Doch nur wenn auch Boden und Ausrichtung stimmen, gedeiht er im internationalen Vergleich außerordentlich gut. Der Sortenreichtum der Südsteiermark hat also nichts mit marktorientierten Entscheidungen zu tun, sondern beruht auf den vielfältigen Standortvoraussetzungen der Weinberge.

Es ist eine Besonderheit, dass die südsteirischen Rebsorten derart unterschiedlich schmecken. Die Herausforderung jedes Winzers liegt darin, sich auch künftig am Terroir zu orientieren und nicht von Trends leiten zu lassen. Nicht eine einzelne Rebsorte wird die Weinqualität in der Südsteiermark vorantreiben, sondern der Wein, dessen Herkunft und Rebsorte bestens aufeinander abgestimmt sind.

„Unsere Muskateller bekommen auf Sandböden die idealste Ausprägung. Die Burgundersorten mögen Kalk, wobei Grauburgunder schwere Böden und Weißburgunder leichte Böden bevorzugen. Auch der Sauvignon blanc liebt Kalkböden, in schönster Form findet man ihn auf Kalk-Mergel oder Muschelkalk.“

November 2015

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