Philosophie

Der Einfluss des unvorhersehbaren Wetters, die Hänge mit extremen Steigungen und die vielfältigen Bodenformationen in unseren Weingärten sind gleichermaßen Herausforderung wie Geschenk. Sie verlangen, dass wir uns darauf einstellen und uns betrieblich wie persönlich stetig weiterentwickeln. Jeder Weingarten, jedes Fass verdient unsere spezifische Aufmerksamkeit. Wir tun unser Bestes, um den bestmöglichen Wein jedes Jahrgangs zu keltern – auf nachhaltige Weise, in qualitätsfördernder Handarbeit, Staatsgrenzen überschreitend und verantwortungsvoll gegenüber unseren Mitarbeitern.

Sortiment

Wir führen ein Sortiment mit regionstypischen Weißweinsorten wie Sauvignon blanc, Weißburgunder, Welschriesling oder Gelber Muskateller.

Die Gegebenheiten unserer Weingärten, also Ausrichtung, Bodenformation und Mikroklima, sind entscheidend für die Wahl der Rebsorte. Die Südsteiermark ist bekannt für ihren Rebsortenreichtum, der sich der außergewöhnlich hohen Standortvielfalt verdankt.

Über Millionen von Jahren entstand eine reizvolle Hügellandschaft. Das Meer zog sich zurück, Winde und Flüsse hinterließen dichte Kalkmergel-Böden, vulkanisches Gestein oder den Sand ehemaliger Flussbette. Der jeweilige Standort ist entscheidend für die Wahl der Rebsorte und beeinflusst die Qualität des Weines. Kein Wunder also, wenn zwei Weine gleicher Sorte, aber verschiedener Herkunft sich in Struktur und Geschmack deutlich unterscheiden.

Herkunft ist also erkostbar. Und je kleiner der Flecken Erde, von dem die Trauben eines Weines stammen, desto deutlicher spiegeln sich die Einzigartigkeiten der Herkunft wider.

Das gilt im Besonderen für unsere Riedenweine. Die Rebstöcke der Riede sind gezählt, die unverwechselbaren Spuren des Standorts bleiben über Jahrgänge hinweg erkennbar. Unsere Ortsweine wiederum entstammen ausschließlich den Weingärten eines Weinorts, wie Ratsch oder Gamlitz. Sie zeigen deren typische Charakteristik. Die Gebietsweine kommen aus den Weingärten der Südsteiermark – ganz im Stil der Weinbauregion.

Symbolisch für die Dreiteilung des Sortiments steht die Herkunftspyramide, die in zahlreichen Weinbaugebieten der Welt Anwendung findet. Sie veranschaulicht deutlich die quantitative und qualitative Stellung der Gebiets-, Orts- und Riedenweine.

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Rieden Weine

Ein Riedenwein entstammt einer klar definierten Riede mit hervorragendem Boden und besonders begünstigtem Mikroklima. Gemeinsam mit den Steirischen Terroir- und Klassik (STK)-Weingüter definierten wir dafür strenge Kriterien, die auch die Reifezeit im Keller betreffen.

Große und Erste STK Lage

Weine der Kategorie Große STK Lage, der höchsten STK-Qualitätsstufe, reifen mindestens 18 Monate, ehe sie das Weingut verlassen. Außerdem müssen die Rebstöcke ein Durchschnittsalter von mindestens 15 Jahren erreicht haben und ein Reifepotenzial von mindestens zehn Jahren aufweisen.

Erste STK Lage-Weine sind ab 1. Mai des auf die Ernte folgenden Jahres erhältlich. Das Durchschnittsalter der Rebstöcke beträgt mindestens zwölf, das Reifepotenzial mindestens fünf Jahre.

Unsere Rieden

Besondere Aufmerksamkeit schenken wir unserer Riede Nussberg. Sie ist als Hausberg des Weinguts unser Arbeits- und Lebensmittelpunkt. Weitere namhafte Weine gedeihen in unseren Rieden Sulz, Perz, Witscheiner Herrenberg oder Kittenberg. Sie erzählen stets von ihrer Herkunft – dem Terroir eines kleinen Weingartens, in dem sie geerntet wurden. Ihr Reifepotenzial ist enorm, allerdings können wir sie nur in vergleichsweise kleine Mengen keltern.

Orts Weine

In unserem Sortiment bilden Ortsweine die goldene Mitte zwischen Gebietsweinen und Lagenweinen. Sie bereiten sowohl den Liebhabern individueller steirischer Lagenweine als auch den Freunden der „Steirischen Klassik“ eine Freude.

Unser Zugang zum Ortswein ist vergleichbar mit der Lagenwein-Philosophie: Wir möchten im Wein erkostbar machen, was wir in unseren Weingärten vorfinden. Ob nun der Sandboden von Gamlitz oder die Kalkböden der Kessellage von Ratsch – die Gegebenheiten prägen den Geschmack.

Trauben aus einem Weinort stammend

Unterschied zum Lagenwein haben wir mit dem Ortswein die Möglichkeit, Trauben aus mehreren verschiedenen Rieden eines Ortes zu keltern. Der lange Ausbau im Keller erfolgt mit gleicher Behutsamkeit wie bei den Lagenweinen.

Unsere Ortsweine aus Gamlitz und Ratsch reifen mindestens acht Monate im Keller, ehe sie in den Verkauf kommen. Sie sind sehr lagerfähig und überzeugen als hervorragende Speisenbegleiter zu ansprechenden Preisen.

Südtsteirische Gebiets Weine

Das Fundament unseres Sortiments bilden die Gebietsweine, die ausschließlich in der Südsteiermark heranwachsen. Sie entstammen verschiedenen Weingärten der Region und spiegeln die Vielfalt des südsteirischen Weines wider.

„Jakobi“ ist ein Sauvginon blanc.

Er trägt einen Bauernkalender am Etikett, der vom Jahrgang erzählt, in dem er heranreifte. Mit Symbolen wie Vollmond, Hagel oder Ernte berichtet der Wein, von besonders prägenden Ereignissen.

Steirische Klassik - frisch, fruchtig

Die Linie „Steirische Klassik“ besteht aus den fünf regionstypischen Sorten: Gelber Muskateller, Sämling, Sauvignon blanc, Weißburgunder und Welschriesling. Die Weine bereiten in den ersten Jahren größtes Trinkvergnügen mit steirischer Leichtigkeit und voll faszinierender Aromenfrische.

Štajerska Slovenija

Ein bedeutender Teil unserer Rebstöcke wurzelt in slowenischem Boden.

Jenseits der grünen Grenzen wird die Weinbauregion Südsteiermark zur Štajerska Slovenija. Alpiner und mediterraner Einfluss prägen das Klima beider Gebiete ebenso wie die kalkreichen Böden. Der Weingarten, auf den die Ursprünge unseres Weinguts zurückgehen, der Witscheiner Herrenberg, steht heute auf slowenischen Boden.

Weiter südlich in der Štajerska Slovenija, unweit von Ptuj, liegt der Weinbauort Gorca. Steile Weinterrassen prägen das wildromantische Landschaftsbild und nach jeder Wegwende eröffnet sich ein atemberaubender Ausblick.

Ab 2007 erweiterten wir dort unsere Rebflächen und reaktivierten ein Winzerhaus mit Keller. In unseren Augen zählt Gorca nicht nur optisch zu den reizvollsten Weinbaugegenden weltweit. Gemeinsam mit den Winzern der Region möchten wir der Štajerska Slovenija wieder Leben einhauchen und ihr zu altem Ruhm verhelfen.

Erfahren Sie mehr über unsere Weine und Tätigkeiten in der Štajerska Slovenija.

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Im Weingarten...

Unberechenbares Klima und harte, nachhaltige Arbeit in steilen Weinhängen

Im Südosten Österreichs und in Slowenien herrscht das von alpinen und mediterranen Einflüssen geprägte illyrische Klima vor. Es sorgt für ausreichend Regen im Sommer und extreme Temperaturschwankungen. Der Wärmeunterschied zwischen Tag und Nacht von bis zu 20 Grad ist entscheidend für die herrliche Aromenbildung der Weine. Doch auch vor Extremen wie Frost während des Austriebs, Hitzewellen oder Hagel kurz vor der Ernte bleiben wir in diesem Reizklima nicht gefeit.

Unsere Weingärten liegen zwischen 300 und 500 Metern Seehöhe und wurzeln in unterschiedlichsten Böden. Das vielfältige Spektrum reicht von Opok (Kalkmergel) über Leithakalk bis hin zu Sand und Schotter, Schiefer und Gestein vulkanischen Ursprungs. Bodenformation und Ausrichtung eines Weingartens sind ausschlaggebend für die Wahl der Rebsorte. Die Vielfalt der Standorte spiegelt sich im Sortenreichtum der Region wider.

Steigungen von bis zu 85 Prozent, sprich 38 Grad, machen maschinelle Arbeit nur sehr begrenzt möglich. Auch um die bestmögliche Qualität im Weingarten zu erreichen, setzen wir auf Handarbeit.

Das beginnt beim Heindln (händische Bodenbearbeitung mit der Haue) und endet bei der Ernte von Hand. Wir sind überzeugt, dass die Weingartenpflege im Einklang mit der Natur geschehen muss. Das frisch gepflanzte Stöcklein braucht für eine Entwicklung hin zum tief wurzelnden, soliden Rebstock eine nachhaltige Bewirtschaftung.

Wir verzichten daher auf Herbizide (chem. Unkrautvernichter), Insektizide (chem. Insektenvernichtungsmittel) sowie Botrytizide, gehen aber gegen aggressive Pilzkrankheiten im feucht-warmen Sommerklima vor. Zur Düngung verwenden wir selbst hergestellten Kompost, wir heizen mit Hackschnitzeln aus unserem eigenen Wald, haben eine eigene biologische Kläranlage für unsere Kellereiabwässer, usw.

So weit und noch weiter geht die Familie Gross, damit ein Gross-Wein entsteht.

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... Im Keller

Jeder Wein wird seinen Vorrausetzungen entsprechend individuell gekeltert.

Während Boden und Klima für das Naturell eines Weines verantwortlich sind, liegt unsere Aufgabe im Keller darin, die Herkunft des Weines zu interpretieren.

Um die Charakteristika der Herkunft herauszuarbeiten, werden selbst kleine Weingartenparzellen in unserem Keller individuell ausgebaut. Einmal ist das Halm (300 Liter-Eichenfass) der richtige Behälter für den Wein, einmal das große Holzfass oder der Edelstahltank. Dogmen haben in unserer Arbeitsweise keinen Platz. So sehen wir davon ab, das Einsetzen oder Weglassen bestimmter Techniken (Maischegärung bei Weißwein, Barriqueausbau, ungeschweftelt, usw.) in den Mittelpunkt unserer Philosophie zu stellen.

Wir schenken jedem Fass die spezifische Aufmerksamkeit, die es für die bestmögliche Entwicklung seines Inhalts braucht. Unser Wein ist ein kulturell geprägtes Naturprodukt. Wir lassen die Natur walten, arbeiten mit ihr – und nicht gegen sie. Unseren Lebens- und Arbeitsablauf passen wir den guten wie schlechten Launen der Natur an. Im Keller legen wir schließlich die Einflüsse der Natur und unserer Bewirtschaftung der Ernte offen.

Sich über die Natur zu stellen und Weine industriell zu fertigen, ist nicht mit unseren Grundsätzen vereinbar.

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! Vinifizierung
Wir vergleichen den Ausbau unserer Weine gerne mit der Kindererziehung: Was braucht der Wein, um sich seinen Anlagen entsprechend bestmöglich entwickeln zu können, was ist ihm zumutbar, ohne ihn zu „überfordern“?