Elementarereignisse lehren Demut vor der Natur

2016 – ein Jahr, das in die Geschichtsbücher der Südsteiermark eingehen wird. Extremer Spätfrost zerstörte Ende April die jungen Triebe der Weinstöcke und verursachte einen noch nie dagewesenen Ertragseinbruch. Die verbliebene Ernte verspricht aber einen großen Jahrgang.

Man soll Wörter wie “Jahrhundertereignis” nicht leichtfertig in den Mund nehmen. Die unerwartet heftige Rückkehr des Winters in den letzten Apriltagen 2016 verdient dieses Prädikat jedoch zurecht. Selbst unsere (Ur)Oma Maria Gross kann sich an keinen vergleichbaren Kälteeinbruch erinnern. Während die Kinder unter blühenden Obstbäumen Schlitten fuhren, zerstörten Frost und Schnee die frischen Triebe der Rebstöcke.


Die Folge: der Jahresertrag unserer Weingärten beläuft sich nur auf etwa 20 Prozent eines Normaljahres. Vor allem die Einstiegsweine unseres Sortiments sind vom Ernteausfall betroffen. Es gibt kaum einen südsteirischen Weinbaubetrieb, der 2016 nicht vom Frost – und von frühsommerlichen Hagelschlägen – heimgesucht wurde. Ein Glück, dass wir alle noch vom Jahrgang 2015 zehren können, der uns in Menge und Qualität reich beschenkt hat.

Weinstöcke holen Verspätung auf

Statt Frost mit Frust gleichzusetzen, wollen wir die Lektionen der Natur in Demut annehmen – und uns über die weitere Entwicklung des Weinjahres 2016 freuen. Der erneute Austrieb Mitte Mai bewahrte uns nämlich nicht nur vor dem totalen Ernteausfall, die Weinstöcke machten sogar die frostbedingte Verzögerung wett. Die perfekt ausgereiften Trauben durften wir zu den üblichen Zeitpunkten einholen. Eine kleine, aber feine Ernte ist auf dem besten Weg zu einem großen und lagerfähigen Jahrgang, der 2015 um nichts nachsteht. Besonders die Orts- und Lagenweine beeindrucken durch hohe Zuckergradationen und ein stabiles Säurerückgrat.

Dezember 2016