Weinjahr 2017: Was tun, wenn der große Regen kommt?

In der Fußballsprache würde man das Weinjahr 2017 wohl so kommentieren: Traumsaison, Hochspannung im Finale. Frühling und Sommer hatten nämlich für die bestmögliche Entwicklung der Trauben gesorgt, ehe ein launischer Herbst unsere Geduld auf die Probe stellte.

 

Der Austrieb hatte sich Mitte April 2017 bereits sehr schön entwickelt, als der Einbruch einer Kaltfront erneut mit dem Damoklesschwert eines Ernteausfalls – ähnlich wie 2016 – drohte. Gemeinsam mit den Winzerkollegen der Region und vielen Helfern gelang es, die Jungtriebe mit dicken Rauchschichten vor dem Frostteufel zu bewahren.

 

Danach folgte ein Mai wie aus dem Bilderbuch samt entsprechender Weinblüte. Während der heißen Sommermonate galt es, durch präzise Laubarbeit ausreichend Licht an die Trauben zu lassen, ohne sie der Gefahr eines Sonnenbrands auszusetzen. Die Böden hatten trotz der Hitze ausreichend Feuchtigkeit gespeichert, womit einem optimalen Traubenwachstum nichts im Wege stand.

 

Kurz vor der Ernte aber schwenkte das Wetter um. Regenmengen von rund 200 Litern/m² innerhalb weniger Tage ließen die Alarmglocken läuten: akute Fäulnisgefahr! Die Wahl des Lesezeitpunktes sowie der Ernteablauf wurden zum Geduldspiel. Immer wieder waren wir gezwungen, zwei bis drei Tage Pause einzulegen. Danach musste alles sehr schnell gehen, in den Gärten und an der Presse herrschte rund um die Uhr Hochbetrieb. Bei nasskalter Witterung geriet das Einbringen der Trauben zur knochenharten Arbeit. Am Ende wurden wir dafür belohnt, während der Starkregentage die Ruhe bewahrt und die Trauben bis auf die Vorlese am Stock belassen zu haben. Die Beeren erlangten nämlich erst ab den letzten Septembertagen ihre geschmackliche Vollreife.

 

Umso froher sind wir, dass wir nach gewissenhafter Handlese auf eine ertragreiche und qualitativ hervorragende Ernte zurückblicken dürfen. Aus heutiger Sicht wird der Jahrgang 2017 ein breites Portfolio abdecken, vom leichten, quicklebendigen Gelben Muskateller bis zum kraftvollen Lagenwein. Außerdem verspricht das idealtypische Auftreten des Edelschimmels Botrytis außergewöhnliche Qualitäten bei den Prädikatsweinen.

 

Mehr dazu ein anderes Mal …

 

Winter 2017

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