
Ried Nussberg
Unser Weingut liegt sanft eingebettet zwischen den Hängen des Nussbergs. Hier besuchen uns unsere Gäste, unsere kostbarsten Weine stammen von dieser Riede. Der Nussberg ist unser Arbeits- und Lebensmittelpunkt. Seine Gegebenheiten sind außergewöhnlich.
Orientierung
Die Ried Nussberg ist eine Süd- bis Südwestlage in 370 bis 460 Meter Seehöhe. Sie bildet eine Flanke des Ratscher Talkessels, die wir in drei Rieden teilen: Die nach Südwesten geneigte Ried Nussberg Preschnigg mit Steigungen bis zu 70%, Ried Nussberg Stauder am Hochplateau und Ried Nussberg mit Süd- Südwestausrichtung und bis zu 85% Steigung.
Bodenaufbau
Die Bodenformationen am Nussberg sind sehr vielfältig. Auf der Ried Nussberg Preschnigg überwiegt der Kalksandstein mit Braunerde. Auf der Ried Nussberg ist es der Opok (Kalkmergel) und auf der besonders steil abfallende, terrassierte Flanke hat die Ried Nussberg eine einzigartige Bodenzusammensetzung für die Südsteiermark: kalkhaltigen Sandstein mit Tuff (vulkanischem Ursprungs).
Auf der Ried Nussberg Stauder ist es vorwiegend verwitterter Kalkstein mit Eisen- und Manganeinschlüssen. Außerdem gibt es ein kleines Teilstück mit kalkfreiem Lehmboden.
Mikroklima
Der Nussberg liegt im Ratscher Kessel und besitzt ein warmes Mikroklima. Ein Teil der Ried Nussberg hat einen schützenden Gegenhang und liegt schon frühmorgens in der Sonne. Ried Nussberg Stauder liegt am Plateau des Nussbergs und wird den gesamten Tag von der Sonne verwöhnt. Ried Nussberg erntet die letzten Sonnenstrahlen des Tages und leuchtet dabei weithin sichtbar. Die Öffnung nach Westen hin zur Koralpe bringt der Riede abends eine erfreulich rasche Abkühlung.



Der Nussberg zählt zu den renommiertesten Rieden der Steiermark und ist seit dem 13. Jahrhundert als "Riede" bekannt. Seither ist die Riede mit Rebstöcken bepflanzt. 1986 kamen wir in die glückliche Situation, den Nussberg wieder kaufen zu können. Der Vorbesitzer hinterließ auf seinem Dachboden eine Flasche „Nussberger“ aus dem Jahr 1868. Da Weine zu dieser Zeit kaum in Flaschen abgefüllt und schon gar nicht mit einem aufwändigen Etikett versehen wurden, ist sie eine Besonderheit für die ganze Region.

Eremit WHB (vormals Witscheiner Herrenberg)
Hier begannen unsere Vorfahren vor mehr als hundert Jahren wieder mit dem Weinbau. Der Witscheiner Herrenberg, der erste Weingarten unserer Familie, liegt heute im Weinbaugebiet Štajerska Slovenija. Unsere ersten Lagenweinabfüllungen des Jahrgangs 1984 stammen aus diesem Weingarten, deren Rebstöcke stolze 50 Jahre und älter sind.
Orientierung
Unser Weingarten am Witscheiner Herrnberg ist mit einer Hangneigung bis zu 60% eine sehr steile Südostlage auf 415 bis 465 Meter Seehöhe.
Bodenaufbau
Der karge Opok (Kalkmergel) des Witscheiner Herrenbergs hat viele Kalksteine eingeschlossen.
Mikroklima
Die Rebstöcke bekommen schon sehr früh am Morgen Sonne. Abends kühlt die Riede aufgrund der Orientierung Richtung Osten schnell ab. Die Trauben reifen spät.



Der Weinberg ist nach der Ortschaft Witschein (Svencina) benannt und befindet sich heute auf slowenischem Boden. Heinrich Gross stellte mit dem Kauf im Jahre 1907 die Weichen für unser Weingut. Die sechste Generation in Folge bewirtschaftet diese steile Riede. Aufgrund des Gleichenberger Abkommens aus dem Jahr 1953 durften die Weine bis zum Jahrgang 2018 als Österreichische Qualitätsweine verkauft werden.

Ried Perz
Die Ried Perz grenzt an die Ried Nussberg, doch unterscheidet sie sich geologisch wesentlich. Perz ist kalkfrei und als ehemaliges Flussbett aus lehmigem Sand wie gemacht für die Rebsorte Gelber Muskateller. Bereits die aufgehende Sonne trocknet die empfindlichen Beeren und die offene, zugige Lage unterstützt dies zusätzlich.
Orientierung
Perz ist ein freiliegender Höhenrücken, der sich auf 410 bis 470 Meter Seehöhe gegen Südost neigt. Die Hangneigung von bis zu 64 Prozent ist im Vergleich zu unseren anderen Lagen recht moderat.
Bodenaufbau
Ried Perz war einst ein Flussbett mit bis zu sieben Meter hohen Sandbänken. Die verbliebenen Ablagerungen sind aus kalkfreiem, lehmigem Sand mit Schottereinschlüssen – der ideale Standort für die Rebsorte Gelber Muskateller.
Mikroklima
Aufgrund des komplett freiliegenden Riedels (Höhenrücken) ist die Ried Perz kleinklimatisch äußerst begünstigt. Die Weintrauben des Muskatellers profitieren von der Morgensonne und vom ständigen Wind, der sie trocknet. Der sonnenempfindlichen Rebsorte bleibt die große Hitze des Nachmittags erspart.
Der Name der Ried Perz geht auf einen ehemaligen Besitzer zurück. Wir bewirtschaften diesen gepachteten Weingarten, der direkt an unsere Nussberg-Weingärten grenzt, seit dem Jahr 1991.

Ried Sulz
Die Ried Sulz ist mit etwa 100 Hektar eine der größten Lagen der Region. Sie wurde – wie viele andere hervorragende Lagen – in einen slowenischen und einen südsteirischen Part geteilt.
Es verwundert nicht, dass sich namhafte Betriebe auf dieser Ried Weingärten sicherten. Warme, reife Aromen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Sulz-Weine.
Die ältesten Weine unseres privaten Archivs kommen von dieser Ried. Ihre charakteristische Herkunft lässt sich oftmals blind erkosten.
Orientierung
Ried Sulz ist eine Südlage, die gegen das alpine Klima im Westen geschützt und nach Osten hin geöffnet ist. Die Weingärten liegen auf 370 bis 450 Meter Seehöhe mit Steigungen bis 50 Prozent.
Bodenaufbau
Der von Konglomeraten und Sandstein durchzogene Opok (Kalkmergel) zeichnet die Ried Sulz aus. Die Verbindung aus schwerem, kalkhaltigem Lehmboden und den Konglomeraten ergibt einen von Zitrusnoten getragenen Wein mit vielen floralen Noten.
Mikroklima
Ried Sulz zählt zu den wärmsten Rieden der Südsteiermark. Die Reben genießen von frühmorgens bis spätabends Wärme und Licht. Die Riede ist zur Koralpe hin geschützt und zusätzlich fließt Kaltluft in ein nach Osten hin geöffnetes Tal ab.
Bereits 1962 erwarb unsere Familie den ersten kleinen Weingarten der Ried Sulz. Dank der guten Nachbarschaft konnten wir den Weingarten sukzessive – fast Zeile für Zeile – zu einem zusammenhängenden Stück vergrößern. Der Name Sulz ist auf die nährstoffreiche, wasserspeichernde Bodenformation („sulzig“) der Riede zurückzuführen. Bereits seit dem 13. Jahrhundert soll auf der Ried Sulz Wein angebaut worden sein.

Ried Bärenburg
Ried Bärenburg ist umgeben vom Wald und überblickt den Ratscher Graben. Dieser ist einer der kühlsten Ecke in unserer Ortschaft. Noch vor 30 Jahren war diese Ried zu kühl um ausdruckstarke Weine hervorzubringen, jedoch hat sich das in den letzten Jahren verändert und bringt stilistisch spannende Weine hervor.
Orientierung
Die Ried Bärenburg liegt auf 400 bis 460 Metern Seehöhe und neigt sich nach Süd-Osten.
Bodenaufbau
Opok (Kalkmergel) zeichnet die Ried Bärenburg aus. Die Verbindung aus schwerem, kalkhaltigem Lehmboden ergibt einen von Zitrusnoten getragenen Wein mit kühlen Noten.
Mikroklima
Die Rebstöcke bekommen schon sehr früh am Morgen Sonne. Aufgrund der Orientierung Richtung Süd-Osten, kühlt Abends die Ried Bärenburg schnell ab. Sie ist gut durchlüftet und durch den Einfluß des umliegenenden Waldes sehr kühl.
2006 kamen wir in die glückliche Situation diese Weingärten zu übernehmen. Im darauffolgenenden Jahr bepflanzten wir diese Reide mit eigenen Weissburgunderstöcken. Dabei konnten wir auf alten Reben zurückgreifen, die nie einer Klonselektion durchliefen. Diese alten Reben bilden die Basis unserer eigenen selection massale - ideal für einen konzentrierten und ausbalancierten Wein.

Ried Obere Ranz
Die Ried Obere Ranz ist eine offene Kessellage, deren Weingärten in nahezu alle vier Himmelsrichtungen ausgerichtet sind. Sie liegt auf der Rückseite des berühmten Witscheiner Herrenbergs und ist von Korallenkalk geprägt.
Der Wein, der dort entsteht, zeigt sich mit kühlem Charakter und kreidiger Struktur
Orientierung
430m bis 500m Seehöhe, Ausrichtung der Reben ist West-Nordwest.
Bodenaufbau
Korallenkalk
Mikroklima
Der nord-nordöstliche Teil ist bewaldet und stellt einen bedeutenden klimatischen Faktor für die Ried Obere Ranz dar. Sein kühlender und ausgleichender Effekt spiegelt sich deutlich in den Weinen wider. Zudem mindert die West-Nordwest-Ausrichtung der Riede die intensive Sonneneinstrahlung.
Bereits im Jahr 2009 bekamen wir die Möglichkeit einen Teil der Ried Oberen Ranz zu bewirtschaften.
Einige Jahre später hatten wir das Glück und konnten einen weiteren Teil erwerben und pflanzten 2025 einen neuen Weingarten.

Ried Kittenberg
Das Elternhaus meiner Mutter Ulrike liegt am Kittenberg im Sausal, etwa 12 km Luftlinie von unserem Weingut entfernt. Die Riede wird von Tante, Onkel und Cousin bewirtschaftet und erbringt aufgrund der Schieferböden und der Nähe zum Steirischen Randgebirge einen Weißburgunder mit besonders mineralischer und „kühler“ Stilistik.
Orientierung
Der Kittenberg ist eine Süd-Südwest Hanglage mit Neigungen bis zu 60 %. Die Riede liegt auf einer Höhen von etwa 450 Meter.
Bodenaufbau
Die betagten Rebstöcke wurzeln am Kittenberg in einer geologisch seltenen Kombination von Schiefer und Kalk. Ihr verdankt der Weißburgunder Würze und Mineralik.
Mikroklima
Im Spannungsverhältnis von Sonnenlage und den vom steirischen Randgebirge kommenden kalten Luftströmungen entstehen sortentypische Weißburgunder in „kühler“ und eleganter Stilistik.
Der Kittenberg wurde im 15. Jahrhundert in einer Schenkungsurkunde des Erzbischofs von Salzburg erstmals als Riede benannt. Seine Bezeichnung geht auf das Wort Kuhenberg zurück. Kuhen waren früher Mühlen und am Kuhenberg wurden Mühlsteine abgebaut. Der Steinbruch ist heute noch sichtbar. Seit 1982 verarbeiteten wir die Trauben dieser Riede. Ihre Gewächse begeistern eine Fangemeinde, die eine kühle, mineralische, feingliedrige Typizität schätzt. Seit 2022 bekommen wir leider diese Trauben nicht mehr, somit ist der Ried Kittenberg 2021 unser letzter Jahrgang.